Drei pseudepigraphische Prophetenschutzbriefe aus dem Jemen: Von der Prophetenbiographie über die zaiditischen Imamatsbedingungen bis zur praktischen Anwendung im tribalen Kontext

Im Zentrum dieses Artikels stehen drei pseudepigraphische Prophetenschutzbriefe aus dem Jemen, deren judäo-arabische Abschriften aus dem 18. - 20. Jahrhundert stammen und als Fälschungen gelten. Obwohl sie im Kern wahrscheinlich auf echte Schutzabkommen zurückgehen, wurden sie in ihrer heute bekannt...

Full description

Saved in:  
Bibliographic Details
Main Author: Hünefeld, Kerstin (Author)
Format: Electronic Article
Language:German
Check availability: HBZ Gateway
Interlibrary Loan:Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany)
Published: 2026
In: Die Welt des Islams
Year: 2026, Volume: 66, Issue: 2, Pages: 179-216
Further subjects:B kitāb dhimmat al-nabī
B pact of ʿUmar
B Khaybar
B tribes (qabāʾil)
B ḏimma law
B Qāsimids
B Fiqh
B Sīra
B falsification
B Yemen
B Zaydī imamate
Online Access: Volltext (kostenfrei)
Volltext (kostenfrei)
Description
Summary:Im Zentrum dieses Artikels stehen drei pseudepigraphische Prophetenschutzbriefe aus dem Jemen, deren judäo-arabische Abschriften aus dem 18. - 20. Jahrhundert stammen und als Fälschungen gelten. Obwohl sie im Kern wahrscheinlich auf echte Schutzabkommen zurückgehen, wurden sie in ihrer heute bekannten Form von Mitgliedern der jüdischen Gemeinde selbst verfasst oder redaktionell bearbeitet. Dieser Artikel geht den Fragen nach, in welchen konkreten historisch-politischen Kontexten diese Schreiben entstanden sind, welche Motive und Texte der islamischen Literatur in diese eingearbeitet, und wie diese weiterentwickelt wurden, damit sie erfolgreich im zaiditisch-jemenitischen - und wahrscheinlich tribalen - Kontext angewandt werden konnten. Damit gibt der Artikel Einblicke in die Handlungsstrategien von "Schutzbefohlenen Untertanen" (ḏimmīs) und in ihre Kenntnisse der islamischen Geschichts- und Rechtsliteratur. This article focuses on three pseudepigraphic protection letters from Yemen, ascribed to the Prophet Muḥammad. The Judaeo-Arabic copies of these texts date back to the 18th to 20th century in Yemen and are considered forgeries. Although they may partially derive from genuine treaties, they have been found to be authored or edited in their current form by members of the Jewish community. This article explores the historical and political contexts in which these protection letters were likely written, how they were adapted from Islamic literary texts, and later modified to be applied in the Yemeni-Zaydī - and possibly tribal - context. In doing so, the article sheds light on the agency and strategies Yemeni Jews applied while being dhimmīs, as well as the "protected people"‘s knowledge of Islamic historical and legal literature
ISSN:1570-0607
Contains:Enthalten in: Die Welt des Islams
Persistent identifiers:DOI: 10.1163/15700607-20240032