Die christlichen Wurzeln des deutschen Sozialstaats
In der sozialwissenschaftlichen Sozialstaatsforschung spielen kulturelle und religiöse Faktoren erst in jüngerer Zeit eine größere Rolle. Der Beitrag führt im ersten Teil in den „cultural and religious turn“ in der Sozialstaatsforschung ein. Als Pioniere der Forschungsrichtung hebt der Text den deut...
| Main Author: | |
|---|---|
| Format: | Electronic Article |
| Language: | German |
| Check availability: | HBZ Gateway |
| Interlibrary Loan: | Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany) |
| Published: |
2025
|
| In: |
Handbuch Wirtschaft und Religion
Year: 2025, Pages: 613-638 |
| Online Access: |
Volltext (kostenfrei) |
| Rights Information: | CC BY 4.0 |
| Summary: | In der sozialwissenschaftlichen Sozialstaatsforschung spielen kulturelle und religiöse Faktoren erst in jüngerer Zeit eine größere Rolle. Der Beitrag führt im ersten Teil in den „cultural and religious turn“ in der Sozialstaatsforschung ein. Als Pioniere der Forschungsrichtung hebt der Text den deutsch-amerikanischen Soziologen Arnold Heidenheimer und Franz-Xaver Kaufmann hervor. Die Grundlagenarbeiten von Kees van Kersbergen, Francis G. Castles und Philip Manow entstanden in den 1990er Jahren. Darauf aufbauend entwickelte sich in den ersten beiden Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts eine Forschungstradition, die auf die Bedeutung religiöser Faktoren für die Sozialstaatsentwicklung in Deutschland und in vergleichender Perspektive für europäische Länder verweist. Nach den christlichen Wurzeln des deutschen Sozialstaats zu fragen, macht nach Ausweis der neueren Forschung einen wichtigen Teil der Analyse der Wohlfahrtsstaatsentwicklung in Deutschland aus. Vor dem Hintergrund der skizzierten Forschungsentwicklung geht der Beitrag in folgenden Schritten vor. Zunächst werden die Charakteristika und Besonderheiten des deutschen Sozialstaats als korporatistischer Sozialversicherungsstaat herausgearbeitet. Dem christlichen Einfluss auf den deutschen Sozialstaat wird sodann nach vier Ebenen differenziert nachgegangen: der kulturellen, der institutionellen, der organisatorischen und der personellen Ebene. Kulturell wird auf wirkmächtige Bilder wie den barmherzigen Samariter und den an bevorzugter Stelle auch die Armen inkludierenden Universalismus im Christentum hingewiesen. Auf institutioneller Ebene spielt die Konfliktkonstellation und dieKonkurrenz zwischen Staat und Kirche im Feld des Sozialen eine zentrale Rolle. Auf organisatorischer Ebene wird der gemischtkonfessionellen Konstellation und dem Wettbewerb der Konfessionen in der Bearbeitung der Sozialen Frage in Deutschland eine spezifische Bedeutung zugeschrieben. Auf der personellen Ebene wird schließlich dem Einfluss religiöser Charismatiker und christlicher Sozialunternehmer auf die Sozialstaatsentwicklung in Deutschland nachgegangen. Der Beitrag identifiziert im historischen Durchgang durch die Phasen der Wohlfahrtsstaatsentwicklung in Deutschland charakteristische Verschiebungen des religiös-konfessionellen Einflusses zwischen Protestantismus und Katholizismus. |
|---|---|
| Item Description: | Literaturverzeichnis: Seite 636-638 |
| ISBN: | 9783110982374 |
| Access: | Open Access |
| Contains: | Enthalten in: Handbuch Wirtschaft und Religion
|
| Persistent identifiers: | DOI: 10.1515/9783110982152-023 |