Religiöse Organisationen als ökonomische Akteure und Arbeitgeber

Die meisten religiösen Aktivitäten verlangen von den Religionsgemeinschaften, dass sie mit der säkularen Welt und ihrer Rechtsordnung in einen Austausch treten. Im Fall des Christentums ist die Sozialgestalt Kirche aber keine Antwort auf rein pragmatische Anforderungen, sondern Glaubensgegenstand. Z...

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Bibliographic Details
Main Author: Schnabel, Patrick Roger 1977- (Author)
Format: Electronic Article
Language:German
Check availability: HBZ Gateway
Interlibrary Loan:Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany)
Published: 2025
In: Handbuch Wirtschaft und Religion
Year: 2025, Pages: 393-427
Online Access: Volltext (kostenfrei)
Rights Information:CC BY 4.0
Description
Summary:Die meisten religiösen Aktivitäten verlangen von den Religionsgemeinschaften, dass sie mit der säkularen Welt und ihrer Rechtsordnung in einen Austausch treten. Im Fall des Christentums ist die Sozialgestalt Kirche aber keine Antwort auf rein pragmatische Anforderungen, sondern Glaubensgegenstand. Zudem sind alle Christen aufgerufen, ihren Glauben nicht nur im Wort, sondern auch in der Tat zu bekennen. Daraus folgt ein soziales und gesellschaftliches Engagement christlicher Gruppen und der Kirchen selbst, das sie von anderen, mehr kontemplativen Religionen unterscheidet. Daher treten die Kirchen nicht nur durch ideengeschichtliche Beiträge etwa zur Wirtschaftsethik in Erscheinung, sondern auch durch eigenes ökonomisches Handeln. Die deutsche Rechtsordnung schafft für solche Aktivitäten einen besonders günstigen Rahmen: Durch einen weitgefassten Schutzbereich für die Religionsfreiheit und korrespondierend ein hohes Maß an Kirchenautonomie sowie durch das Subsidiaritätsprinzip, insbesondere im Sozialrecht. Religiöses Selbstverständnis und fördernder rechtlicher Rahmen haben dazu geführt, dass die beiden christlichen Großkirchen in Deutschland relevante ökonomische Akteure werden konnten, nicht zuletzt mit deutlich über einer Million Beschäftigter in Diakonie und Caritas. Das bietet Chancen, bedingt aber auch Herausforderungen: Wie ist das Verhältnis religiöser zu wirtschaftlichen Aktivitäten? Wie verhalten sich ökonomische Zwänge zu konstituierenden Glaubenssätzen bei christlichen Sozialunternehmen? Wieviel Nähe zum kirchlichen Auftrag kann man dabei von privatrechtlich Beschäftigten verlangen? Dieser Beitrag untersucht die historischen und rechtlichen Voraussetzungen der Rolle von Kirchen als ökonomische Akteure und Arbeitgeber.
Item Description:Literaturverzeichnis: Seite 426-427
ISBN:9783110982374
Access:Open Access
Contains:Enthalten in: Handbuch Wirtschaft und Religion
Persistent identifiers:DOI: 10.1515/9783110982152-015