Kirchenprotest in Deutschland – und wie damit umgehen? Zum kirchengeschichtlichen Kontext

Wer die katholische Kirche in Deutschland in den beiden Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg noch bewusst erlebt hat, für den war öffentlicher Protest von Gläubigen gegen kirchliche Autoritäten und Ordnungen lange unvorstellbar. Die damalige Kirche stand einig und geschlossen da. Papst Pius XII. u...

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Bibliographic Details
Main Author: Sutor, Bernhard 1930-2024 (Author)
Format: Electronic Article
Language:German
Check availability: HBZ Gateway
Interlibrary Loan:Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany)
Published: 2012
In: Communicatio socialis
Year: 2012, Volume: 45, Issue: 3, Pages: 239-247
Further subjects:B Church history studies
B Church
B Nationalsozial
B Protest
B Catholicism
Online Access: Volltext (kostenfrei)
Parallel Edition:Non-electronic
Description
Summary:Wer die katholische Kirche in Deutschland in den beiden Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg noch bewusst erlebt hat, für den war öffentlicher Protest von Gläubigen gegen kirchliche Autoritäten und Ordnungen lange unvorstellbar. Die damalige Kirche stand einig und geschlossen da. Papst Pius XII. und die Bischöfe waren unbezweifelbare Autoritäten. Die deutsche Kirche schien unbeschädigt und bewährt aus dem Kampf mit dem Nationalsozialismus hervorgegangen. Der sonntägliche Gottesdienstbesuch der Katholiken lag über 50 Prozent. Die katholischen Vereine und Verbände waren wieder erstanden, katholische Bildungs- und Sozialeinrichtungen waren anerkannt. Die Rechtsstellung der Kirche im neuen demokratischen Staat war gesichert, ihr Einfluss auf Gesellschaft und Politik war stark. Katholiken und Kirche hatten maßgeblichen Anteil am Wiederaufbau des Landes. Herausragende katholische Intellektuelle wurden in Kirche und Öffentlichkeit gehört.
ISSN:2198-3852
Contains:Enthalten in: Communicatio socialis