Sicherheitsdenken in der Religion

Kultur ist von ihrer evolutionären Funktion her darauf aus, den vielfältigen Unsicherheiten und Gefährdungen des Lebens zu entgegnen. Daran nimmt auch Religion teil. Dies gibt ihr einen zwiespältigen Charakter. Einerseits ist sie offensichtlich tief in Erfahrungen verankert, ständig Bewährungen ausg...

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Bibliographic Details
Main Author: Zirker, Hans 1935- (Author)
Format: Electronic Article
Language:German
Check availability: HBZ Gateway
Interlibrary Loan:Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany)
Published: 1990
In: Katechetische Blätter
Year: 1990, Volume: 115, Issue: 10, Pages: 674
Online Access: Volltext (kostenfrei)
Parallel Edition:Non-electronic
Description
Summary:Kultur ist von ihrer evolutionären Funktion her darauf aus, den vielfältigen Unsicherheiten und Gefährdungen des Lebens zu entgegnen. Daran nimmt auch Religion teil. Dies gibt ihr einen zwiespältigen Charakter. Einerseits ist sie offensichtlich tief in Erfahrungen verankert, ständig Bewährungen ausgesetzt, zu Läuterungen und Reformen gedrängt; andererseits gibt sie Grund zum Verdacht und kritischen Vorwurf, sie nähre ein ungerechtfertigtes, gar infantiles Sicherheitsdenken. Diese prekäre Situation hat die Theologie, wie immer religiöser Glaube sich selbst begründet sehen mag, ernst zu nehmen. Entgegen dem Reiz endgültiger Antworten und dem Bedürfnis nach unanfechtbaren Positionen hat er zu bedenken, wie religiöses Vertrauen in bleibender Unsicherheit zu rechtfertigen ist.
ISSN:0342-5517
Contains:In: Katechetische Blätter
Persistent identifiers:URN: urn:nbn:de:hbz:465-20080516-131248-8