Ephod

. Für אֵפוֹד lassen sich im AT mindestens drei Bedeutungsbereiche ausmachen, die sich auf den Kult, insbes. die priesterliche Tätigkeit (Priestertum) erstrecken: 1. E. bez. priesterliche Kleidungsstücke: a) Im Entwurf der priesterlichen Sinaitexte erscheint אֵפוֹד als ein Teilstück des hohenpriester...

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Main Author: Utzschneider, H. (Author)
Format: Electronic Dictionary entry/article
Language:German
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Published: 2015
In: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015
Online Access: Volltext (lizenzpflichtig)
Volltext (lizenzpflichtig)
Description
Summary:. Für אֵפוֹד lassen sich im AT mindestens drei Bedeutungsbereiche ausmachen, die sich auf den Kult, insbes. die priesterliche Tätigkeit (Priestertum) erstrecken: 1. E. bez. priesterliche Kleidungsstücke: a) Im Entwurf der priesterlichen Sinaitexte erscheint אֵפוֹד als ein Teilstück des hohenpriesterlichen Ornats Aarons. Aus kostbaren Materialien hergestellt (Ex 28,6/39,2; 25,7/35,9), wird es über allen anderen Kleidern getragen und ist als Schurz (Ex 29,5/Lev 8,7) mit trägerartigen Schulterteilen (Ex 28,12) vorzustellen. An den beiden Trägern sind zwei »Erinnerungssteine« angebracht, in die die Namen der zwölf Stämme eingraviert sind (Ex 28,12). Ebendort befestigt (Ex 28,25) ist auch der חֹשֶׁן/ḥošæn, eine mit 12 Edelsteinen besetzte Brusttasche, die die hl. Lose Urim und Tummim enthält. So machen E. und ḥošæn ihren Träger als priesterlichen Repräsentanten Israels vor JHWH kenntlich und weisen zugleich auf die alte priesterliche Tätigkeit der Orakelerteilung hin (s.u.). b) Mit der Wortverbindung 'epôd bād ist wohl ein einfacher leinener Lendenschurz gemeint, wie ihn der junge Samuel als Eleve im Heiligtum von Silo (1 Sam 2,18) sowie König David bei seinem Tanz vor der nach Jerusalem einziehenden Lade (2 Sam 6,14; 1 Chr 15,27) getragen haben sollen. Etymologisch dürfte E. mit dem äg. jfd, »leinenes Viergewebe«, zusammenhängen, was seine institutionengesch. Herleitung vom Leinenschurz, der liturgischen Kleidung der äg. Priester, nahelegt; auch zu den Kleidern äg. Götterstatuen führt eine Spur. 2. E. bez. ein priesterliches Orakelinstrument: Ein Priester »bringt« den E., mit dem David göttlichen Rat in militärischen Konflikten sucht (1 Sam 23,6.9; 30,7; vgl. 14,18 LXX für Saul). Auch die Kombination von »E. und Terafim« in Ri 17–18 (vgl. auch Hos 3,4) fügt sich zu dieser Funktion. In 1 Sam 2,28; 14,3; 28,18 LXX ist von Priestern, die »den E. tragen« die Rede. Getragen (nś') wird hier wohl kein Kleidungsstück, sondern ein nicht zu kleiner, sakraler Gegenstand (vgl. 1 Sam 21,9 und die Priester als Träger der Lade, z.B. Jos 3,6). Zur Gestalt des Orakelephod wird erwogen: ein Götterkleid (s.o.) oder Überzug (vgl. Jes 30,22) pars pro toto für eine orakelspendende Statue, eine Lostasche analog zum Ornatstück Aarons, ein Orakelkasten, ja sogar die Lade selbst (1 Sam 14,18 MT). 3. Nach Ri 8,25–27 stellt Gideon aus Beutegold einen E. her. Hier ist wohl ein (illegitimes) Götterbild gemeint.
ISSN:2405-8262
Contains:Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Persistent identifiers:DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_04419