Anschütz, Gerhard

Anschütz, Gerhard (10.1.1867 Halle/S. – 14.4.1948 Heidelberg), einer der bedeutendsten Staatsrechtslehrer des ausgehenden Kaiserreichs und der Weimarer Republik; diesem Rang entsprach die glänzende akademische Laufbahn: Promotion Halle (1891), Habilitation Berlin (1896), o. Prof. Tübingen (1899–1900...

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Main Author: Kaestner, Kathrin (Author)
Format: Electronic Dictionary entry/article
Language:German
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Published: 2015
In: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015
Online Access: Volltext (lizenzpflichtig)
Volltext (lizenzpflichtig)
Description
Summary:Anschütz, Gerhard (10.1.1867 Halle/S. – 14.4.1948 Heidelberg), einer der bedeutendsten Staatsrechtslehrer des ausgehenden Kaiserreichs und der Weimarer Republik; diesem Rang entsprach die glänzende akademische Laufbahn: Promotion Halle (1891), Habilitation Berlin (1896), o. Prof. Tübingen (1899–1900), Heidelberg (1900–1908), Berlin (1908–1916) und erneut Heidelberg (1916–1933). Seine Kommentare zur Verfassungs-Urkunde für den Preußischen Staat vom 31.1.1850 (1., einziger Bd.1912) sowie zur Weimarer Reichsverfassung (14. Aufl. 1933) haben ihre Bedeutung bis heute nicht eingebüßt. A. war Vf. wichtiger Arbeiten zum Staatsrecht, Verwaltungsrecht und Kirchenrecht. Seine juristische Methode erscheint geprägt durch einen explizit positivistischen Ansatz unter Einbeziehung hist. Elemente. In polit. Hinsicht dachte er national, liberal und demokratisch. Diese Haltung spiegelte sich auch in seinen Ansichten zum Verhältnis von Staat und Kirche (Akzentuierung der staatlichen Rechtshoheit über die Religionsgemeinschaften und dezidierte Ablehnung koordinationsrechtlicher Vorstellungen im Staatskirchenrecht). Kirchenvertragliche Regelungen lehnte A. ab. Er blieb seinen rechtsstaatlichen Überzeugungen treu, indem er Ende März 1933 unter dem Eindruck der polit. Umwälzungen selbst seine Emeritierung beantragte.
ISSN:2405-8262
Contains:Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Persistent identifiers:DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_00759