Seventy Years after "Machtergreifung". The German Churches' Political Stance 1933-2003
Der Artikel gibt einen knappen Aufriß des Staat-Kirche-Verhältnisses in Deutschland zwischen 1933 und 2003. Darin werden im Blick auf das Verhältnis zu den beiden deutschen Diktaturen Kontinuitäten, aber auch Diskontinuitäten deutlich. Während die Römisch-katholische Kirche kaum Affinitäten gegenübe...
| Main Author: | |
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| Format: | Electronic Article |
| Language: | English |
| Check availability: | HBZ Gateway |
| Interlibrary Loan: | Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany) |
| Published: |
2003
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| In: |
Kirchliche Zeitgeschichte
Year: 2003, Volume: 16, Issue: 2, Pages: 463-487 |
| Online Access: |
Volltext (lizenzpflichtig) |
| Parallel Edition: | Non-electronic
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| Summary: | Der Artikel gibt einen knappen Aufriß des Staat-Kirche-Verhältnisses in Deutschland zwischen 1933 und 2003. Darin werden im Blick auf das Verhältnis zu den beiden deutschen Diktaturen Kontinuitäten, aber auch Diskontinuitäten deutlich. Während die Römisch-katholische Kirche kaum Affinitäten gegenüber den ideologischen Zumutungen zeigte, gab es im Protestantismus beachtliche Subkulturen, die Synthese-Konzepte zwischen Christentum und Nationalsozialismus bzw. Christentum und Sozialismus favorisierten. Während die protestantischen Kirchenleitungen – sei es aus Überzeugung, sei es um der Bestandserhaltung willen – sich um ein erträgliches Verhältnis mit den Diktaturen bemühten, übten einzelne Christen ein resistentes Verhalten und wurden dafür von ihrer Kirche mitunter sogar diszipliniert. Nach dem Zusammenbruch der Diktaturen suchte man seitens der Kirchenleitungen nicht selten den Eindruck zu erwecken, als hätten diese einzelnen Opponenten und kleinen Gruppen die Haltung der Kirche insgesamt repräsentiert. Als besonders belastend für den Weg der EKD erscheint die kirchliche „Wiedervereinigung” nach 1989. Dieser Vereinigungsprozeß wurde gegen den Willen namhafter kirchenleitender Persönlichkeiten und Theologen im östlichen Deutschland vollzogen und als „Anschluß” interpretiert. Die dramatischen Kirchenaustrittsraten seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts haben gewiß multifaktorielle Ursachen. Doch ein Motiv dürfte der wachsende Abstand zwischen dem Denken und Handeln der Kirchenleitungen einerseits und der religiösen Einstellung der „Graswurzelchristen” andererseits sein. Auch vor diesem Hintergrund erscheint es wichtig, das Staat-Kirche-Verhältnis in Deutschland in eine internationale, vergleichende Kirchengeschichtsschreibung einzubetten. Womöglich lassen sich daraus Perspektiven für das Christentum hierzulande gewinnen. |
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| ISSN: | 2196-808X |
| Contains: | Enthalten in: Kirchliche Zeitgeschichte
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