»Können die Wissenden und die Unwissenden gleich sein?« Ein islamischer Zugang zur Bildung

Nach dem islamischen Verständnis ist der Mensch die Krönung der Schöpfung. Er ist es, dem vom Geist Gottes4 eingehaucht und der in bester Form5 erschaffen worden ist. Mit Vernunft, Freiheit und anderen Besonderheiten und Fähigkeiten ausgestattet, ist er in der Lage, seine Aufgabe als Statthalter Got...

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Bibliographic Details
Main Author: Sejdini, Zekirija 1972- (Author)
Format: Electronic Article
Language:German
Check availability: HBZ Gateway
Interlibrary Loan:Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany)
Published: 2017
In: Zeitschrift für christlich-jüdische Begegnung im Kontext
Year: 2017, Issue: 3, Pages: 191-195
Online Access: Volltext (kostenfrei)
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Description
Summary:Nach dem islamischen Verständnis ist der Mensch die Krönung der Schöpfung. Er ist es, dem vom Geist Gottes4 eingehaucht und der in bester Form5 erschaffen worden ist. Mit Vernunft, Freiheit und anderen Besonderheiten und Fähigkeiten ausgestattet, ist er in der Lage, seine Aufgabe als Statthalter Gottes auf Erden wahrzunehmen und die gesamte Schöpfung, die ihm anvertraut worden ist, in Verantwortung zu nützen. Um seiner Verantwortung jedoch gerecht zu werden und gemäß seiner natürlichen Veranlagung handeln zu können, bedarf es einer Aktivierung bzw. ständigen Weiterentwicklung seiner Potentiale im Lichte der Offenbarung. Dies ist nach islamischem Verständnis nur durch Bildung möglich. Aus dieser Perspektive betrachtet stellt Bildung nicht nur einen zentralen Aspekt der islamischen Religionspädagogik, sondern das Kernanliegen der islamischen Botschaft dar. Auch wenn die aktuelle Lage in den mehrheitlich muslimisch bevölkerten Ländern eine inhärente Bildungsferne im Islam vermuten lässt, war und ist der Islam für die Muslime stets die wichtigste Form der Erziehung und Bildung. Dies gründet vor allem darin, dass die islamischen Quellen, vor allem der Koran und die Tradition des Gesandten Muhammad (gest. 623 n.Chr.) großen Wert auf Bildung legen. So wird im Koran das Wort Wissen in seinen verschiedenen Prägungen ca. 750 Mal erwähnt, was 1% der Gesamtzahl der erwähnten Wörter imKoran entspricht. Diese wertschätzende Haltung zur Bildung ist wahrscheinlich einer der entscheidenden Gründe dafür gewesen, dass es den Muslimen gelungen ist, in relativ kurzer Zeit nach der Entstehung des Islams das zivilisatorische Zentrum der Welt zu werden. Was die islamischen Quellen konkret über Bildung beinhalten und wie die muslimischen Gelehrten die Quellen verstanden und ausgelegt haben, soll im Laufe dieses Beitrages erläutert werden. In diesem Zusammenhang soll zunächst der Fokus auf die wichtigsten islamischen Quellen, den Koran und die Sunna, gerichtet werden. Zum Schluss soll kurz auf die aktuellen Herausforderungen im europäischen Kontext eingegangen werden.
ISSN:2751-2959
Contains:Enthalten in: Zeitschrift für christlich-jüdische Begegnung im Kontext
Persistent identifiers:DOI: 10.25786/cjbk.v0i03.601