»…nichts gegen die Soziale Marktwirtschaft, denn das ist verboten« (Konrad Adenauer): Sondierungen zur religiösen Tiefengrammatik des deutschen Wirtschafts- und Sozialmodells im Anschluss an Alfred Müller-Armack und Oswald von Nell-Breuning

Der Rede von der Sozialen Marktwirtschaft wachsen heute zivilreligiöse Konnotationen zu. Dabei ist aber unklar, was mit Sozialer Marktwirtschaft eigentlich gemeint ist: die wirtschaftspolitische Konzeption des Ordoliberalismus oder die real existierende - postliberale - Wirtschafts- und Sozialordnun...

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Main Author: Große Kracht, Hermann-Josef 1962- (Author)
Format: Electronic Article
Language:German
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Published: 2010
In: Ethik und Gesellschaft
Year: 2010, Issue: 1, Pages: 1-54
Online Access: Volltext (kostenfrei)
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Description
Summary:Der Rede von der Sozialen Marktwirtschaft wachsen heute zivilreligiöse Konnotationen zu. Dabei ist aber unklar, was mit Sozialer Marktwirtschaft eigentlich gemeint ist: die wirtschaftspolitische Konzeption des Ordoliberalismus oder die real existierende - postliberale - Wirtschafts- und Sozialordnung der Bundesrepublik, die sich vom ursprünglichen ordoliberalen Entwurf erheblich unterscheidet. Der Beitrag untersucht zunächst ausführlich, was Müller-Armack unter einer »Sozialen Marktwirtschaft« verstehen wollte. Dann rekonstruiert er kurz, wie unter Konrad Adenauer die Einführung dieser Art Sozialer Marktwirtschaft verhindert wurde. Anschließend wird am Beispiel Oswald von Nell-Breunings SJ gezeigt, warum die katholische Sozialtradition gegenüber dem Ordoliberalismus zurecht eine ablehnende Position bezog, bevor schließlich danach gefragt wird, ob man unter den postliberalen Bedingungen komplexer Gegenwartsgesellschaften auf die Rede von der Sozialen Marktwirtschaft nicht besser verzichten sollte.
Today, the term of «social market economy» seems to be a fundamental part of German civil religion. But there is a lot of confusion: Does this term only refer to the theoretical concepts of German ordoliberalism, or does it refer to the - «post-liberal» - socio-political realities of Post-War Germany, quite different from these ordoliberal concepts? Firstly, this article describes in detail Müller-Armacks original conception of «social market economy»; and shortly, why this conception hasn't been implemented in Germany under the government of Konrad Adenauer and further on. Then, it deals with Oswald von Nell-Breuning SJ and his social catholic view on society and economy to show his important criticism on ordoliberalism. Finally, the article raises the question if the ordoliberal term of «social market economy» fits to the post-liberal realities of modern societies in any way.
ISSN:2365-6565
Contains:Enthalten in: Ethik und Gesellschaft
Persistent identifiers:DOI: 10.18156/eug-1-2010-art-9