Resilienz zwischen Selbstwirksamkeit und Ohnmachtserfahrungen - ein Vergleich des modernen Konzeptes von Resilienz mit der paulinischen Konzeption von Schwachheit und Gnade
Der Begriff der Resilienz ist in den vergangenen Jahren in verschiedenen wissen schaftlichen Disziplinen, nicht zuletzt in Psychologie und Pädagogik, aber auch im populärwissenschaftlichen Bereich immer mehr in den Fokus gerückt. Resilienz als „psychische Widerstandskraft“ steht dabei meist für eine...
| Main Author: | |
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| Contributors: | |
| Format: | Electronic Book |
| Language: | German |
| Check availability: | HBZ Gateway |
| Interlibrary Loan: | Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany) |
| Published: |
Marburg/Lahn
Evangelische Hochschule Tabor
2019
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| In: | Year: 2019 |
| Further subjects: | B
Thesis
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| Online Access: |
Volltext (Langzeitarchivierung Nationalbibliothek) Volltext (Resolving-System) Volltext (kostenfrei) |
| Summary: | Der Begriff der Resilienz ist in den vergangenen Jahren in verschiedenen wissen schaftlichen Disziplinen, nicht zuletzt in Psychologie und Pädagogik, aber auch im populärwissenschaftlichen Bereich immer mehr in den Fokus gerückt. Resilienz als „psychische Widerstandskraft“ steht dabei meist für eine Metakompetenz, die es einem Individuum ermöglicht, auch in der Krise noch auf die eigenen Ressourcen zurückgreifen zu können und sich so bis zuletzt als selbstwirksam zu erleben. Auf diese Weise übersteht eine resiliente Person Krisen, ohne nennenswerten bleibenden Schaden zu nehmen. So verstandene Resilienz klammert die Erfahrung von Ohnmacht jedoch aus oder betrachtet sie als Gegenteil von Resilienz. In der paulinischen Konzeption von Schwachheit und Gnade begegnen dagegen ein anderer Umgang und eine andere Deutung von Ohnmachtserfahrungen in der Krise: Gerade in der Erfahrung der eigenen Schwachheit werden die Solidarität und Kraft Gottes als wirksam erlebt. Diese Erfahrung führt zu einer Umdeutung und in der Folge zu einer Überwindung der Krise. Aus dem Vergleich des modernen Konzeptes von Resilienz mit der paulinischen Konzeption von Schwachheit und Gnade ergeben sich darum neue Impulse für den Umgang mit Ohnmachtserfahrungen im aktuellen Resilienzdiskurs und in der therapeutischen sowie seelsorgerlichen Praxis. Für Psychotherapeut*innen und Seelsorger*innen kann das paulinische Konzept von Schwachheit und Gnade ein Impuls sein, ein bedingungslos ressourcenorientiertes Menschenbild zu überdenken, das den bedürftigen und ohnmächtigen Menschen aus dem Blick verliert. Als Beispiel für eine spirituelle Intervention vor dem Hintergrund der paulinischen Impulse kann das Klagegebet gelten, das einen produktiven Umgang mit Ohnmachtserfahrungen ermöglicht. Darüber hinaus können Psychotherapie und Seelsorge versuchen, die Solidarität Gottes für den ohnmächtig Leidenden auf einer zwischenmenschlichen Ebene in Ansätzen erfahrbar zu machen. Dieser Ansatz, der eine emotionale Öffnung gegenüber dem Ohnmachtsgefühl des Hilfesuchenden impliziert, führt wiederum oftmals zu einer eigenen Ohnmachtserfahrung der Helfenden, der entsprechend begegnet werden muss. |
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| Physical Description: | 1 Online-Ressource |
| Persistent identifiers: | URN: urn:nbn:de:0295-opus4-15795 |