RT Article T1 Konsens hat Potential – warum die Streikdebatte fehlgeht und wie der Dritte Weg attraktiv weiterentwickelt werden kann JF Zeitschrift für Arbeitsrecht und Tarifpolitik in kirchlichen Unternehmen VO 10 IS 5 SP 157 OP 161 A1 Altmann, Norbert A2 Thau, Yolanda LA German YR 2022 UL https://ixtheo.de/Record/1908868945 AB In der öffentlichen Diskussion mehrt sich die Kritik an den eigenen Arbeitsrechtsbestimmungen der Kirchen im Indivi- dualarbeitsrecht (Stichwort Loyalitätsobliegenheiten) und Kollektivarbeitsrecht (Dritter Weg) und gerne auch an allem bunt durchmischt. In dieser Diskussion ist es erstrebenswert, die völlig unterschiedlichen Ausprägungen des Kirchlichen Arbeitsrechts sauber voneinander zu trennen, um die (teil- weise durchaus berechtigte) Kritik an der jeweils richtigen Stellen anzubringen, und so eine sachliche Diskussion zu fördern. Im Folgenden wird es um das kollektive Arbeits- recht im kirchlichen Bereich gehen. Der überwiegend von Gewerkschaften vorgebrachte Hauptkritikpunkt am Dritten Weg ist der mit ihm einhergehende Ausschluss eines „Streikrechts". Daher wird hier versucht, nachvollziehbar darzulegen, warum der Arbeitskampfausschluss - vielleicht entgegen der ersten Intuition - im Dritten Weg sinnvoll ist. Ein kleiner Ausflug in die verfassungsrechtliche Legitimation dieses Regelungsmodels ist dafür notwendig. Auch wird auf die Ansätze einer inneren Legitimation des Streikausschlusses aus einer Drittbetroffenheit heraus eingegangen und darauf, dass es sich lohnt, am Dritten Weg festzuhalten und dessen Weiterentwicklungspotential auszuschöpfen.