RT Article T1 Verborgene Gegenwart: Simone Weils existenzphilosophische Deutung der in Abwesenheit anwesenden Gottesliebe JF Neue Zeitschrift für systematische Theologie und Religionsphilosophie VO 66 IS 2 SP 179 OP 196 A1 König, Katrin 1982- LA German YR 2024 UL https://ixtheo.de/Record/1905666306 AB Wie kann Gottes Gegenwart trotz ihrer Verborgenheit wahrgenommen werden? In dem folgenden Beitrag möchte ich zeigen, wie Simone Weil die Erfahrungen der Verborgenheit und der Abwesenheit Gottes als Signatur des Unglücks und der Entwurzelung der Menschen in der Moderne analysiert. Des Weiteren wird dargestellt, wie Simone Weil vor diesem Hintergrund mit einer kreuzestheologischen Denkfigur reflektiert, wie die Gottesliebe in besonderer Weise im Unglück verborgen anwesend sein kann, trotz Erfahrung der Abwesenheit Gottes. Hier schließt sich die erkenntnistheoretische Frage nach der Wahrnehmbarkeit der verborgenen Gegenwart Gottes an. So soll ausgeführt werden, wie Simone Weil aufzeigt, wie durch ästhetische Formen der Schönheit und Ordnung der Welt, durch ethische Formen von Nächstenliebe und Freundschaft und durch die religiöse Formen in Liturgie und Gebet als höchster Form der Aufmerksamkeit die verborgen gegenwärtige Gottesliebe indirekt wahrgenommen werden kann. Dies spricht schließlich für eine andere Deutung der Verborgenheit Gottes als im sog. Verborgenheitsargument von J. L. Schellenberg, mit dem von der Verborgenheit auf die Nichtexistenz Gottes geschlossen wird. AB How can the presence of God be perceived despite its hiddenness? In the following article I will show how Simone Weil analyzes the experiences of the hiddenness and the absence of God as a signature of affliction and the uprooting of people in modernity. In this context, Simone Weil reflects with a theologia crucis argument how the love of God can be present in a hidden way in affliction despite the experience of the absence of God. This is followed by the epistemological question of the perceptibility of the hidden presence of God. I will explain how Simone Weil shows, how the hiddenly present love of God can be perceived indirectly mediated by aesthetic forms of the beauty and order of the world, ethical forms of charity and friendship, and religious forms of liturgy and prayer as the supreme form of attention. This finally gives reason for a different interpretation of the hiddenness of God than in the so-called hiddenness-argument from J. L. Schellenberg which concludes from divine hiddenness to the non-existence of God. K1 Divine Hiddenness K1 Divine Presence K1 French Existentialism K1 Gottes Gegenwart K1 Simone Weil K1 Verborgenheit Gottes K1 französischer Existentialismus DO 10.1515/nzsth-2024-0017