Frühkatholizismus (Begriff)
. Von F. wird gesprochen, wenn vor dem 3.Jh. Züge einer hierarchischen amtskirchl. Institutionalisierung des Christentums beobachtet werden (z.B. Bindung des Geistes an das Amt, Traditions- und Sukzessionsprinzip, Ausbildung des monarchischen Episkopats, Sakramentalismus), die zu seiner Verankerung...
| Main Author: | |
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| Format: | Electronic Dictionary entry/article |
| Language: | German |
| Check availability: | HBZ Gateway |
| Interlibrary Loan: | Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany) |
| Published: |
2015
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| In: |
Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015 |
| Online Access: |
Volltext (lizenzpflichtig) Volltext (lizenzpflichtig) |
| Summary: | . Von F. wird gesprochen, wenn vor dem 3.Jh. Züge einer hierarchischen amtskirchl. Institutionalisierung des Christentums beobachtet werden (z.B. Bindung des Geistes an das Amt, Traditions- und Sukzessionsprinzip, Ausbildung des monarchischen Episkopats, Sakramentalismus), die zu seiner Verankerung in der (spät)antiken Kultur und Gesellschaft führen und das individuelle Heil an die Mitgliedschaft in der sichtbaren Kirche binden. Der Begriff F. wurde 1908 von E.Troeltsch im Zuge seiner sozialtypologischen Kirchengeschichtsschreibung eingebracht (vgl. Nagler) und bald für die Kirche des 2.Jh. geläufig. In die Exegese wurde er ohne Bezug auf vorhergehende Verwendungsweisen von E.Käsemann als verfallsgesch. Epochenbegriff eingeführt. »F.« bez. dann die Übergangsperiode vom »Urchristentum« zur »Alten Kirche«, die v.a. durch das Ende der Naherwartung bestimmt wird. Vornehmlich werden Lk, Apg, Past und 2Petr als frühkath. kritisiert, und insbes. für den 2Petr wird die Kanonfrage gestellt. Damit löste Käsemann eine kontroverstheol. Debatte aus, in der der Begriff als unpräzise kritisiert und der Verzicht auf ihn wegen seines anachronistischen Konfessionalismus gefordert wurde (vgl. Hahn). Zu beachten ist, ob »F.« als Oppositum zum Begriff »Urchristentum« im Rahmen einer (typisch prot.) Verfallstheorie verwendet wird oder ob »F.« im Verbund mit dem Begriff der »Urkirche« (typisch kath.) die ungebrochene Kontinuität von Jesus zur röm.-kath. Kirche anzeigt (vgl. Alkier). |
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| ISSN: | 2405-8262 |
| Contains: | Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
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| Persistent identifiers: | DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_08002 |