Eherne Schlange

. Die an einem Stab befestigte e.S. (hebr. נְחַשׁ נְחשֶׁת/neḥaš neḥošæt; Num 21,6–9) sollte all jenen, die sie nach dem Biß einer Giftschlange anblickten, Weiterleben ermöglichen (vgl. auch SapSal 16,5–14 sowie als Analogien aus der Umwelt Beschwörungen und Gebete nach einem Schlangenbiß, z.B. KTU 1...

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Bibliographic Details
Main Author: Zwickel, Wolfgang 1957- (Author)
Format: Electronic Dictionary entry/article
Language:German
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Published: 2015
In: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015
Online Access: Volltext (lizenzpflichtig)
Volltext (lizenzpflichtig)
Description
Summary:. Die an einem Stab befestigte e.S. (hebr. נְחַשׁ נְחשֶׁת/neḥaš neḥošæt; Num 21,6–9) sollte all jenen, die sie nach dem Biß einer Giftschlange anblickten, Weiterleben ermöglichen (vgl. auch SapSal 16,5–14 sowie als Analogien aus der Umwelt Beschwörungen und Gebete nach einem Schlangenbiß, z.B. KTU 1.100; 1.107; TUAT II, 210.373; Iraq 18, 1956, 60–67). In 2 Kön 18,4 trägt die e.S. den Namen נְחֻשְׁתָּן/neḥuštān (Mischbildung aus נָחָשׁ/nāḥāš »Schlange« und נְ חֹשֶׁת/neḥošæt »Kupfer, Bronze« mit Afformativ -ā n zur Bez. individueller Vertreter einer Gattung). Wahrscheinlich wurde die e.S. urspr. im paläst. Raum als Schutzgottheit vor Schlangenbissen verehrt, dann deren Schutzwirkung auf Jahwe übertragen und die Figur im Jerusalemer (?) Tempel (: II., 4.) aufgestellt. Die Beseitigung der e.S. durch Hiskia (2 Kön 18,4) ist zwar in einem dtr. Kontext überliefert, dürfte aber hist. glaubwürdig sein. Literaturgesch. muß Num 21 älter als 2 Kön 18 sein. In mittel- und spätbronzezeitlichen (vgl. Keel 195), neuerdings auch in einem eisenzeitlichen Tempel (vgl. BArR 22: 1, 1996, 28) wurden bronzene, als Götterbilder verwendete Schlangenfigurinen entdeckt; eine Steinschale aus Sidon (4.Jh. v.Chr.; vgl. RSFen 2, 1974, Tafel xix–xxi) zeigt eine an einem Gestänge befestigte e.S.
ISSN:2405-8262
Contains:Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Persistent identifiers:DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_04066