RT Article T1 "Wir, das (katholische) Volk": kapert der Populismus das Christentum? : Beobachtungen aus Osteuropa JF Concilium VO 57 IS 1 SP 69 OP 74 A1 Grozdanov, Zoran 1977- LA German YR 2021 UL https://ixtheo.de/Record/1756921474 AB Der Aufstieg der populistischen Bewegungen bedient sich häufig religiöser Argumente, die Gegensätze zwischen "uns" und "denen", zwischen Kulturen und religiösen Traditionen erzeugen. Während der Auseinandersetzungen um die Gründung neuer Nationalstaaten in den 1990er-Jahren und während der Renaissance nationaler Bewegungen in den 1970er- und 1980er-Jahren in Osteuropa fanden die Enzykliken Johannes Pauls II. starken Widerhall in den Ländern mit einer mehrheitlich katholischen Bevölkerung. In diesem Beitrag soll der Tatsache nachgegangen werden, dass populistische Bewegungen, insbesondere im Kontext Kroatiens, Begriffe und Vorstellungen gebrauchen, die ihre theologische Dignität in den Schriften prominenter religiöser Denker und Kirchenvertreter gewonnen haben. Die starke Betonung des Vaterlands, der ethnischen und kulturellen Zugehörigkeit, die durch zentrale christliche Lehren wie die der Inkarnation gestützt wurde, gab dem Patriotismus und Nationalismus in den 1990er-Jahren religiösen Auftrieb und durchdringt seither die gegenwärtigen populistischen Bewegungen. NO Aus dem Englischen übersetzt von Norbert Reck